Gumprecht – Wer hätte das gedacht…
Liebe Leserinnen und Leser,
Kennt ihr das? Ihr denkt an jemanden und genau in dem Moment ruft diese Person an! Genau so etwas ist mir passiert, als ich meinen letzten Newsletter schrieb. Ich habe euch ja schon erzählt, dass wir gerade vieles im Laden verändern – neues Sortiment, mehr Lebensmittel, und auch Textilien bauen wir weiter aus. Der ganze Laden wird schöner!
Aber wie erfahren die Menschen davon, ohne dass wir groß Werbung machen?
Genau in diesem Moment bekam ich einen Anruf von einem Reporter der Mittelbayrischen Zeitung, Herr Rainer Wendel. Ein cooler Typ und Leser meines Newsletters. Ihm gefiel es, dass ich so positiv über unser Jahresergebnis geschrieben habe, und er wollte einen Artikel über einen Altstadtkaufmann schreiben, der nicht jammert.
Der Bericht kam super an! Bestimmt 50 Leute haben mich darauf angesprochen, und ich hatte Kunden im Laden, die noch nie zuvor bei uns waren. Sie wollten diesen positiven Menschen aus der Zeitung persönlich kennenlernen. Irgendwie lustig, oder?
Vielen Dank, Herr Wendel, für Ihren wirklich tollen Artikel!
Jetzt geht’s weiter zurück in die Vergangenheit:
Nach meinem Zivildienst bin ich wieder zur Papeterie Nagel zurückgekehrt, aber ich spürte, meine Zeit war gekommen, weiterzuziehen. Nur wohin?
Nach der Arbeit besuchte ich die Akademie Handel und machte in einem Abendlehrgang meinen Handelsfachwirt. Ein toller Kurs für Handelsinteressierte, sehr praxisnah, gleichgestellt mit dem Meister im Handwerk, und mit dem Bestehen hatte man auch das Fachabitur.
Eines Tages hing am schwarzen Brett ein Aushang von IKEA. Sie suchten Führungskräfte für ein neues Haus, das nach Regensburg kommen sollte. Ich wusste sofort: Da will ich arbeiten.
IKEA, einer der erfolgreichsten Einzelhändler überhaupt, mit einem Gründer, der es in sich hat – Ingvar Kamprad.
Was soll ich sagen, es war perfekt. Die Arbeit gefiel mir super, das Haus war noch eine Baustelle, und wir waren in einem Projektbüro am Osthafen untergebracht. Ich durfte in verschiedenen Häusern in Deutschland mitarbeiten. Eine richtig tolle Erfahrung, man konnte schnell und viel Erfahrung sammeln, und ich verstand, was IKEA so erfolgreich macht. Es gibt nicht das eine große Ding, es sind hunderte kleine Sachen, die sie einfach richtig machen, besser als so viele andere, auch heute noch.
Der Handelsfachwirt musste leider noch warten, ich war voll und ganz bei IKEA eingespannt. Da war nix mit Lernen und zur Akademie gehen, aber es hat sich ausgezahlt, und nach sechs Monaten Verlängerung schaffte ich die Prüfung beim ersten Mal.
Was auch lustig ist: Diese Zeilen schreibe ich gerade aus Schweden. Ich bin gerade in der Provinz Småland, nicht weit vom IKEA Hauptsitz. Wir besuchen dort Freunde meiner Freundin.
Im nächsten Newsletter erzähle ich euch, warum ich trotz aller Begeisterung nach nur 18 Monaten bei IKEA wieder gekündigt habe.
Seid gespannt!
Euer Christian
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